Im Zuge der Umstellung auf Pellets im April 2008 wurde mein 600-Liter-Puffer bekanntlich um einen weiteren 500-Liter-Puffer erweitert. Mittlerweile habe ich Zweifel, ob dies wirklich erforderlich war. Diese Frage wird auch oft im Haustechnik-Forum leidenschaftlich diskutiert, wobei dort die Meinung zu "Viel hilft viel" tendiert. Dieser Tendenz schließe ich mich nicht an, die Puffergröße sollte schon im sinnvollen Rahmen sein, sonst hat man nur lauwarme Brühe im Tank, die Statistik durch beeindruckende Ertragszahlen geschönt, aber letztendlich weniger eingespart als mit einem sinnvoll dimensionierten Puffer.
Zurück zu der 600-oder-1100-Liter-Frage. Schauen wir uns mal verschiedene Szenarien an:
Hochsommer - Hier sorgt der vergrößerte Puffer zweifelsohne dafür, dass die Anlage seltener in Stagnationsnähe gerät und demnach auch seltener die Kühlfunktion anspringt, mit der ich Stagnation vollständig vermeide. Dieser Vorteil hat aber nur begrenzten Nutzen, denn die Kühlfunktion funktioniert einwandfrei. Ob sie jetzt einige Male öfter im Jahr anspringt oder nicht, ist nebensächlich.
Heizungsunterstützung - Der größere Puffer sorgt in der Übergangszeit definitiv für eine bessere Heizungsunterstützung und höhere Erträge, weil länger kühles Wasser durch die Kollektoren laufen kann. Wie viel kWh letztendlich mehr geerntet werden, kann ich nicht sagen, atemberaubend sind die Unterschiede aber sicher nicht. Und der bisherige Tagesrekord wurde noch immer mit dem kleinen Puffer alleine erreicht.
Warmwasser - Hier scheint der größere Puffer etwas nachteilig zu sein, vor allem in der Zeit zwischen der Heizperiode und dem Hochsommer. Das Problem ist hier, dass der größere Puffer langsamer auf ein höheres Temperaturniveau kommt als der kleine Puffer alleine. Es muss ja schließlich mehr Wasser erwärmt werden. Theoretisch sollte der Energievorrat höher sein, wenn 1100 Liter 60° Grad statt 600 Liter 70° haben, aber die "gefühlte Warmwasserreichweite" bei 70° im Puffer scheint höher zu sein. Ich nehme an, dass aufgrund der größeren Oberfläche von zwei Puffern die Verluste höher sind, sodass der Wärmevorrat schneller abkühlt, als er verbraucht werden kann. Durch eine zusätzliche Dämmung der Puffer könnte dies wohl verbessert werden, aber die Platzverhältnisse bei den Puffern sind hierfür sehr eng.
Nichtsdestotrotz musste ich auch beim großen Puffer noch nie nach der Heizperiode allein für Warmwasser nachheizen, also was soll's? Mehr als ausgeschaltet kann die Heizung nicht sein, also erspare ich mir ein Nachisolieren der Puffer.
Freitag, 12. Juni 2009
Puffer zu groß?
Eingestellt von
Frank (Rödermark)
am
12.6.09
2
Kommentare
Labels: Puffer, Warmwasser
Sonntag, 20. April 2008
Höheres Temperaturniveau im Puffer mit dem Pelletkessel
Der Pelletkessel wird durch seine Kessel-Mindesttemperatur für ein höheres Temperaturniveau im Puffer sorgen, was zwangsläufig zu höheren Verlusten führt. Zu diesem Thema habe ich im Haustechnik-Forum eine Frage geschrieben (klick mich). Schaut mal bitte rein, vielleicht fällt Euch ja etwas ein.
Eingestellt von
Frank (Rödermark)
am
20.4.08
1 Kommentare
Samstag, 22. September 2007
Tag der offenen Baustelle im Solar Passivhaus
Heute konnte in Brilon der Neubau eines Passivhauses besichtigt werden. Solaranlagenlieferant, Heizungsbauer und Passivhausplaner standen Rede und Antwort.
Das Haus ist mit 340m² Grundfläche und viel Luftraum extrem weitläufig. 30cm Außendämmung, dreifach verglaste Fenster, 35m² Flachkollektor, 10m³ Puffer, Fotovoltaik, Lüftungsanlage, Netzwerkverkabelung... waren zu bestaunen.
Ein Vortrag vom Lieferanten der Solaranlage war sehr schwach. Man merkte deutlich, daß der Referent ein reiner Vertriebsmann ohne technisches Hintergrundwissen war. Der Inhalt war zwar völlig korrekt, aber jede Zwischenfrage brachte ihn heftig aus dem Konzept und ich mußte mich manches Mal heftig zurückhalten. Seine Aussage "Vakuum Röhrenkollektoren sind besonders gut für Heizungsunterstützung" mußte ich dann aber doch kommentieren. So was sagt man nicht!
Besser und viel fundierter war dann der Vortrag zum Thema Flächenheizung - speziell der Fußbodenheizung genau dieses Gebäudes. Der Vortragende berichtete locker über die verschiedenen Verlegesysteme, die seine Firma anbietet, packte Details zu Heizlast und Verlegeabständen aus und berichtete über die technischen Besonderheiten. Witzig war, daß ich immer mehr das Gefühl hatte, er beschreibt meine Heizung - denn bis auf ein paar Details gab es kaum Abweichungen zu meiner Haustechnik.
Ein paar Daten zum Gebäude (aus der Zeitung abgeschrieben):
- Grundfläche: 340m²
- Passivhaus mit gedämmter Bodenplatte; 30cm Außendämmung mit U=0,1W/m²K
- Solaranlage von Westfa mit 35²m Flackkollektoren (ungefähr Südausrichtung, ca. 65° Neigung) und 10m³ Speicher mit 30cm Dämmung (von Jenni-Energietechnik) mit innenliegendem WW-Speicher (Keine Frischwasserstation!)
- Zuheizung über Ofen mit Wasserwärmetauscher und Elektroheizstab
- Fußbodenheizung: Berechnet auf 26°C Vorlauf/4°C Spreizung bei -10°C; 15cm Verlegeabstand
- Berechneter Heizwärmebedarf von 28kWh/m² im Jahr "2,8 Liter Haus"
- 4,15 kW/p Fotovoltaikanlage
Eingestellt von
Guido (Brilon)
am
22.9.07
1 Kommentare
Labels: Besichtigung, Passivhaus, Puffer
Sonntag, 26. August 2007
Wetter als Werbung für große Solaranlagen
Beim derzeitigen Wetter weiß ich endlich, warum eine große Solaranlage auch im Sommer sinnvoll ist. Ohne die 2m³ Puffer wäre meiner Anlage schon manches mal in diesem sogenannten Sommer die warmwassermäßige Puste ausgegangen und mein Duchlauferhitzer oder gar der Holzkessel hätten einspringen müssen.
So jedoch funktioniert alles einwandfrei und es ist immer genug heißes Wasser da - auch nach einer Woche mit lausigen oder fehlenden Erträgen. Mit der halben Fläche oder dem halben Puffervolumen wäre das nicht gegangen.
Um mal die Schriftarten auszuprobieren, hier noch ein Zitat von Robert A. Heinlein:
"Klima ist das was wir erwarten - Wetter ist was wir bekommen."
Eingestellt von
Guido (Brilon)
am
26.8.07
1 Kommentare
Labels: Kollektorfläche, Puffer, Reichweite, Sommer, Wetter
Donnerstag, 23. August 2007
Was würde ich an meiner nächsten Anlage ändern?
An meiner Anlage gibt es zwei Punkte, die ich ändern würde:
1) Einen größeren Puffer wählen.
Der Grund: Auch im Winter reicht an einem sonnigen Tag der passive solare Ertrag unseres Hauses aus, um die Einzelraumregelungen zum abschalten zu bewegen. Die Solaranlage hat also nur den Puffer, um Wärme zu speichern, und den teilt sie sich auch noch mit dem Heizkessel.
Dadurch ergeben sich recht hohe Temperaturen im System, was zu Wirkungsgradverlusten führt. Statt ca. 35°C für die Heizung einzuspeisen sind es auch schnell mal 50 oder 60.
2) Einen besser gedämmten Puffer mit thermischen Sifons verwenden.
Gerade jetzt im Sommer, wenn der Puffer um die 90° warm ist, bemerkt man sehr gut, wie sehr
sich die Wärme im ganzen System verbreitet. Z.B. ist es nicht ungewöhnlich, dass die Temperatur um Mitternacht am Sensor des Solar-Sekundärkreises bei etwa 55°C liegt. Der befindet sich aber mindestens 2-3Meter vom Puffer entfernt. Da kann man sich gut vorstellen, wie die Wärme langsam aber sicher über die Anschlüsse aus dem Puffer kriecht und sich in den Keller veflüchtigt.
Apropos Keller: 30°C sind im Sommer kein Problem, wenn der Tank schön heiß ist.
Und noch eine Veränderung habe ich vornehmen lassen:
Die Trinkwasserversorgung hat einen Strömungsschalter erhalten, um einen eindeutigen Trigger für die WW-Bereitung und die Zirkulation zu bekommen.
Details dazu in einem spätern Beitrag.
Eingestellt von
Karsten (Niederzier)
am
23.8.07
3
Kommentare
Labels: Puffer, Verbesserungen, Zirkulation