Samstag, 18. August 2012

Anlagenstillstand wegen Luftblase

Heute stand die Solaranlage schon ab Mittag still. Aber nicht, weil etwa der Puffer wegen der heißen Witterung voll war, sondern weil sich anscheinend mal wieder eine Luftblase breit gemacht hat - im wahrsten Sinne des Wortes.

Liegt der Volumenstrom normalerweise bei ca. 220 Liter/Stunde, startete die Anlage am Morgen mit gerade mal 100 l/h, die dann bis kurz nach 12 Uhr kontinuierlich auf 50 l/h gesunken sind, um dann schlagartig auf 0 zu gehen. Zu diesem Zeitpunkt hat sich der Kollektor bereits auf 115° hochgearbeitet - aufgrund des niedrigen Volumenstroms.

Ich versuche morgen früh, am Dachentlüfter zu entlüften und anschließend am Kellerentlüfter. Ich vermute fast, dass die Luftblase im Keller sitzt, da bereits beim ersten Pumpenanlauf am Morgen nur 100 l/h erreicht wurden, obwohl zu diesem Zeitpunkt der Kollektor nur 65° hatte.

Wenn alles nichts hilft, muss der Primärkreis bei der nächsten Wartung gespült werden.

Kommentare:

Klaus hat gesagt…

Hallo Frank,

hatte ich letztes Jahr auch, ich habe dann Abends, als sich alles wieder abgekühlt hatte, die Primärpumpe mit voller Leistung laufen lassen und dann im Keller entlüftet. Damit habe ich die Luft aus der Anlage bekommen. Interessant fand ich noch, wo die Luft herkommt, ich vermute bei mir ist es das Ausdehnungsgefäß, was langsam den Geist aufgibt, da ich immer wieder etwas Luft in der Anlage habe.
Grüße
Klaus

Frank (Rödermark) hat gesagt…

Am Dachentlüfter kam tatsächlich einiges an Luft heraus, im Keller dafür keine. Jetzt läuft wieder alles, jedoch noch nicht mit dem normalen Volumenstrom, wenn der Pumpe auf der niedrigsten Stellung läuft.

Im Sekundärkreis, d.h. im Puffer, habe ich ständig etwas Luft, die ich am Entlüfter vor dem Warmwasser-Wärmetauscher ablasse. So alle 1 bis 2 Wochen entlüfte ich dort. Dies geht schon seit Jahren so, obwohl die Ausdehnungsgefäße in Ordnung sind (sie wurden deswegen extra geprüft).

Gunter hat gesagt…

Ich habe das gleiche Problem. Ständig "Luft" in der Anlage und wenn ich dann mal länger nicht da bin (Urlaub) besteht die Gefahr, dass die Anlage ganz still steht. Es gab ja hier schon mal einiges zu dem Thema. Damals war das Ausdehnungsgefäß der "Bu-mann". Aber ich habe den Effekt seit Anfang an. Also als noch Alles neu war und der Wechsel des Ausdehnungsgefässes hat nichts verbessert. Ich habe hier http://www.bosy-online.de/Solarfluessigkeit.htm und noch an anderen Stellen (die ich jetzt aber nicht wieder finde) eine andere Erklärung gefunden. Diese Erklärung halte ich für wahrscheinlicher da sie mit meinen Erfahrungen zu 100% übereinstimmt. In einem anderen Artikel wurde noch der Geruch des Gases beschrieben (stinkt wie faule Eier). Genau wie ich es beobachtet habe. Das Gas (es ist wohl keine Luft) ist also ein nicht wieder gelöster Bestandteil der solarflüssigkeit. Das erklärt auch, warum die Gasentwicklung bei Anlagenstillstand deutlich höher ist als bei bedeckten Himmel.
Außerdem habe ich noch ein paar Behälter von der Solarflüssigkeit gefunden. Dem Typenschild konnte ich entnehmen, dass die Flüssigkeit nur bis 120° (kurzfristig bis 160°) erhitzt werden darf. Da ich 52m² Kollektorfläche, aber nur 3000l Speicher habe, steht die Anlage praktisch täglich mehrere Stunden still. Der Messbereich des Temperatursensors am Kollektor hört bei 140° auf. Die habe ich also mindestens täglich mehrere Stunden. Was ganz sicher nicht wirklich gut für die Flüssigkeit ist. Ich werde jetzt die Solarflüssigkeit tauschen (die hat jetzt ca. 5 Jahre gedient)und überlege Solarflüssigkeit mit höhere Temperaturbeständigkeit (wie sie z.b. bei Röhrenkollektoren benutzt wird) einzusetzen. Habt Ihr auch schon mal darüber nachgedacht?

Frank (Rödermark) hat gesagt…

Ich kann dazu nur sagen, dass die Solarflüssigkeit in meiner Anlage noch klar wie am ersten Tag (April 2005) ist und kein bisschen müffelt. Allerdings steht die Anlage kaum still, vielleicht 1 bis 2 Mal pro Jahr.

Gunter hat gesagt…

Hallo Frank,

bei mir war die Flüssigkeit nie ganz klar. Eher so wie das Bio-Kettensägenöl.

Zum Thema Geruch: nicht die Flüssigkeit riecht, sondern die "Luft" die aus dem Entlüfter kommt.

Tim hat gesagt…

Hallo zusammen.
Ich habe ein ähnliches Verhalten.
Wenn die Kollektortemperatur über 100° Steigt, bricht der Volumenstrom zusammen.
Ich entlüfte ständig das System, habe aber leider nur eine Entlüftung im Keller.
Ich vermute fast, das zu wenig "Frostschutz" im System ist.

P.S.: Meine Flüssigkeit ist nicht klar, sondern eher Ölig.

Gunter hat gesagt…

Hallo Tim,

wenn es das ist, was ich vermute, dann sollte Dein Anlagendruck (Solarkreis) durch das Entlüften deutlich gefallen sein. Damit geht Deine Solarflüssigkeit auch eher in den gasförmigen Zustand über. Das bewirkt dann, dass der Kreislauf nicht mehr durchgängig geschlossen ist und die Pumpe nur noch "auf der Stelle" dreht. Da im Kollektor dann keine Zirkulation mehr ist, wird es dort ganz schnell so heiß, dass die Steuerung die Solarkreispumpe abstellt.
(lies dazu auch mal hier: http://www.bosy-online.de/Stagnation-thermische_Solaranlagen.htm ).
Die Wirkung kannst Du durch Nachfüllen von Solarflüssigkeit schnell beheben. Damit kannst Du Deinen Puffer wieder maximal beladen, aber die Ursache ist noch nicht behoben. D.h. Du wirst wieder entlüften müssen (sonst steht irgendwann die Anlage komplett) und damit Masse/Druck aus dem System entweichen lassen und dann wieder dort landen wo Du heute bist.
Ich habe aller ein bis zwei Jahre die Anlage so durchgespült. Auch andere hier im Blog haben so die Anlage am laufen gehalten. Die Ursache aber nicht behoben.
Ursache ist, dass sich Gase in der Solarflüssigkeit bilden. Wo diese Gase herkommen wird hier unterschiedlich beantwortet. Einige geben einem defekten Ausdehnungsgefäß die "Schuld". Ich selber bin inzwischen anderer Meinung (siehe oben). Deshalb werde ich jetzt meine Solarflüssigkeit komplett gegen "wärmerfestere" tauschen. Und dann werde ich sehen (und berichten), was wird.

Aber für Dich ist - insbesondere in Hinblick auf die bevorstehende Wintersaison - ganz wichtig die Solarflüssigkeit auf Frostschutz zu prüfen. Du selber hast das Gefühl das es damit im Argen ist und auch die Aussagen von Bosy-online (denen ich mehr und mehr zustimme) gehen dahin, dass die Frostschutzmittel ausdampfen und dann durch das Entlüften dem System entzogen werden. Somit also eine geringere Frostsicherheit vorliegt.

Erwin in Wildeck hat gesagt…

Hallo,
das mit der Gasbildung kann ich bestätigen, ich entlüfte alle 1-2 Wochen am Gestell gefühlt ca 1-2 Schnappsgläser aber zum Stillstand durch Luft kam es nie. Das hat sich auch durch Tausch des ADG nicht verändert.
Allerdings hat in 2012 beim Nachbarn der Blitz eingeschlagen und auch meine UVR, Bootloader, PC, Telefonanlage kurz alles was über USB verbunden war, ganz oder Teilweise zerstört...
seit dem war auch der Volumenstromgeber defekt, nur wußte ich das da noch nicht, zeitweise gab es Impulse dann wieder nicht, erst als ich einen Anderen eingebaut hatte lief das wieder normal, obwohl dieser größere Sprünge beim Zählen macht wie der alte, = die Linie ist viel zakiger
Dabei habe ich auch die Flüssigkeit gesehen... die ist klar, hat aber einen leichten Braunstich.
Was mich noch wundert: bei der Inbetriebnahme hatte ich Durchfluss um 620-650L, heute nur noch 560-600L (auch schon mit dem alten Volumenstromgeber) warum? ist mir nicht klar .
Wie ist das bei euch? hat jemand ähnliches beobachtet?
Grüße
Erwin

Gunter Fucke hat gesagt…

Mit einer hitzebständigeren Solarflüssigkeit bekommt man die Gasbildung auch nicht weg. Ich habe seit einem halben Jahr so eine "schweineteure" rote Flüssigkeit im Einsatz. Das Jahr hat uns bisher kaum mit Sonne verwöhnt (ich habe deutlich geringere Solarflüssigkeitstemperaturen als in den letzten Jahren), aber entlüften muss ich genau wie früher. Stinken tut die entweichende Luft aber (noch) nicht.
Also wenn Ausdehnungsgefäß und Flüssigkeit nicht die Ursache sind, bleibt ja fast nur noch die Anlage selber. Vielleicht dehnt sich was zu weit aus? Der Drucktest wurde bei mir bei ca. 10°C gemacht. Im Betrieb habe ich immer über 40K mehr. Vielleicht wird da was "dünn" und Luft kommt rein. Wobei bei 2bar über der Umgebung sollte wohl eher was raus als rein kommen, oder?
Vielleicht saugt die Pumpe was an?
Kurz: Luft ist in der Anlage. Aber wo sie herkommt bleibt mir ein Rätsel.

Übrigens, meine Volumenströme haben sich über die Jahre nicht geändert. Mit der neuen Flüssigkeit sind die etwas gestiegen weil die Flüssigkeit etwas weniger "dick" ist.
Aber in Abhängigkeit von der Temperatur der Flüssigkeit habe ich deutliche Volumenstromunterschiede.
In meiner Anlage gibt es (noch - in späteren Modellen wurde das anders gelöst) Rücklaufklappen vor und nach dem Volumenimpulsgeber. Die sollen eine Eigenströmung bei warmen Speicher und kaltem Dach verhindern. Wenn die zu (also im Betriebsmodus) sind, haben die natürlich auch einen höheren Strömungswiederstand und damit wird der Volumenstrom geringer. Wenn bei Dir Erwin früher eine Klappe auf und die ander zu war (das sollte eigentlich reichen um die Rückspölung zu verhindern)und jetzt beide zu sind, dann könnte das eine Erklärung sein. Probier es einfach mal aus. Jetzt anfang Sommer kann man Verluste durch eine Rückströmung nachts gut verkraften und Du hast die unterschiedlichen Volumenströme zur Auswertung.