Freitag, 12. Juni 2009

Puffer zu groß?

Im Zuge der Umstellung auf Pellets im April 2008 wurde mein 600-Liter-Puffer bekanntlich um einen weiteren 500-Liter-Puffer erweitert. Mittlerweile habe ich Zweifel, ob dies wirklich erforderlich war. Diese Frage wird auch oft im Haustechnik-Forum leidenschaftlich diskutiert, wobei dort die Meinung zu "Viel hilft viel" tendiert. Dieser Tendenz schließe ich mich nicht an, die Puffergröße sollte schon im sinnvollen Rahmen sein, sonst hat man nur lauwarme Brühe im Tank, die Statistik durch beeindruckende Ertragszahlen geschönt, aber letztendlich weniger eingespart als mit einem sinnvoll dimensionierten Puffer.

Zurück zu der 600-oder-1100-Liter-Frage. Schauen wir uns mal verschiedene Szenarien an:

Hochsommer - Hier sorgt der vergrößerte Puffer zweifelsohne dafür, dass die Anlage seltener in Stagnationsnähe gerät und demnach auch seltener die Kühlfunktion anspringt, mit der ich Stagnation vollständig vermeide. Dieser Vorteil hat aber nur begrenzten Nutzen, denn die Kühlfunktion funktioniert einwandfrei. Ob sie jetzt einige Male öfter im Jahr anspringt oder nicht, ist nebensächlich.

Heizungsunterstützung - Der größere Puffer sorgt in der Übergangszeit definitiv für eine bessere Heizungsunterstützung und höhere Erträge, weil länger kühles Wasser durch die Kollektoren laufen kann. Wie viel kWh letztendlich mehr geerntet werden, kann ich nicht sagen, atemberaubend sind die Unterschiede aber sicher nicht. Und der bisherige Tagesrekord wurde noch immer mit dem kleinen Puffer alleine erreicht.

Warmwasser - Hier scheint der größere Puffer etwas nachteilig zu sein, vor allem in der Zeit zwischen der Heizperiode und dem Hochsommer. Das Problem ist hier, dass der größere Puffer langsamer auf ein höheres Temperaturniveau kommt als der kleine Puffer alleine. Es muss ja schließlich mehr Wasser erwärmt werden. Theoretisch sollte der Energievorrat höher sein, wenn 1100 Liter 60° Grad statt 600 Liter 70° haben, aber die "gefühlte Warmwasserreichweite" bei 70° im Puffer scheint höher zu sein. Ich nehme an, dass aufgrund der größeren Oberfläche von zwei Puffern die Verluste höher sind, sodass der Wärmevorrat schneller abkühlt, als er verbraucht werden kann. Durch eine zusätzliche Dämmung der Puffer könnte dies wohl verbessert werden, aber die Platzverhältnisse bei den Puffern sind hierfür sehr eng.

Nichtsdestotrotz musste ich auch beim großen Puffer noch nie nach der Heizperiode allein für Warmwasser nachheizen, also was soll's? Mehr als ausgeschaltet kann die Heizung nicht sein, also erspare ich mir ein Nachisolieren der Puffer.

Kommentare:

Erwin aus Wildeck hat gesagt…

Hallo Frank,
zu "Viel hilft viel",
lese mal im Atmos-Forum, 30 bis 50kw Holzvergaser 3000-5000L Puffer ev. Solar ist da gängige Empfehlung.
Ob es daran liegt das der Kessel erst ab 30kw 50cm Holzscheitlänge hat oder alle schlecht isolierte Häuser ist mir Rätselhaft.

Gruß Erwin

Karsten hat gesagt…

Also ich glabe, dass man gar keinen zu großen Speicher haben kann.
Ich bemerke an meiner Anlage in der Übergangszeit oft, dass morgens der Heizugngsbereich vom Kessel aufgeheizt wird (ich will schließlich ein warmes Bad :-) ) und der Heizungsbereich genau dann warm ist, wenn die Sonne aufgeht. Dann ist meist keine Heizlast vorhanden, so dass die Wärme nur in den Puffer gehen kann, der aber schon zur Hälfte warm ist. Die Anlage läuft dann mit unnötig hohen Kollektorthemperaturen.
Ein größerer Speicher könnte das verhindern.

Der Spezialfall, dass zwei Puffer benutzt werden kann evtl. zu höheren Verlusten führen.
Hatte nicht Guido damit auch mal ein großes Problem?